BMW E90 Reifendruckkontrolle deaktivieren: Code $2VB und seine Rechtsfolgen
Beim E90 wird die Reifendruckkontrolle deaktiviert, indem $2VB in den Fahrzeugauftrag aufgenommen und die betroffenen Module neu codiert werden. Dabei gehen bestehende Codierungen verloren.
— Tekin Code
Beim E90 bedeutet das Deaktivieren der Reifendruckkontrolle, den Code $2VB in den Fahrzeugauftrag aufzunehmen und danach die betroffenen Module neu zu codieren. Das ist keine einzeilige Komfortcodierung: laut Quellenliste kehren dabei die vorhandenen FSW/PSW-Codierdaten auf Werkswerte zurück.
Warum wiegt dieser Eingriff schwerer als andere?
Verändert wird hier kein Parameter, sondern die Ausstattungsbeschreibung des Fahrzeugs. Ändert sich der Fahrzeugauftrag, müssen die davon abhängigen Module neu codiert werden, und diese Neucodierung setzt jede zuvor in ihnen vorgenommene Anpassung auf Werkswerte zurück. Frühere Arbeiten wie digitale Geschwindigkeit, Komfortschließen oder Lichteinstellungen gehen verloren.
Verfahren: Code $2VB in den Fahrzeugauftrag (V.O./FA) aufnehmen
Zuerst: die RDC-Sicherung ziehen (Sicherungskasten hinter dem Handschuhfach)
Dann: den Fahrzeugauftrag ins CAS schreiben
Danach: DSC, KOMBI, FRM und falls vorhanden CAPPL/CIC neu codieren
Nebenwirkung: FSW/PSW-Codierdaten kehren auf Werkswerte zurück
Risiko: hoch — mehrere Module und Abschaltung eines Sicherheitssystems
Welche Module sind betroffen?
Die Notizenkette der Quellenliste ist eindeutig: zuerst die Sicherung ziehen, dann den Fahrzeugauftrag ins CAS schreiben, anschließend DSC, Kombiinstrument, FRM und je nach Ausstattung CAPPL oder CIC neu codieren. Der Eingriff reicht damit über bis zu fünf Module, von denen vor der Codierung jedes ein eigenes Codier-Backup braucht.
• In der Quellenliste für das Modelljahr 2007 vermerkt.
• Die Druckkontrolle kann beim E90 direkt über Sensoren oder indirekt aus der Raddrehzahl arbeiten; kläre zuerst, welche dein Fahrzeug hat.
• Lege vor Beginn von allen fünf Modulen ein eigenes Codier-Backup an.
• Die Modelljahr-Angaben stammen aus von der Community erstellten E90-Codierlisten; verbindlich sind die FSW/PSW-Daten deines Fahrzeugs.
Wie wird vorgegangen?
Die Reihenfolge muss der Quellenliste folgen; ein übersprungener Schritt lässt die Module in einem widersprüchlichen Zustand zurück. OBDThink ist eine unabhängige BMW-Codierungs- und Diagnose-App und steht in keiner Verbindung zur BMW AG. Weil in mehrere Module geschrieben wird, ist ein Batterieladegerät hier zwingend; ein halb abgeschlossener Schreibvorgang im DSC oder CAS hat schwerwiegende Folgen.
• Die Codierdaten aller betroffenen Module auslesen und jedes Backup getrennt speichern.
• Ladegerät anschließen, Zündung einschalten und den Motor nicht starten.
• Die Sicherung der Reifendruckkontrolle aus dem Kasten hinter dem Handschuhfach ziehen.
• Den Code $2VB in den Fahrzeugauftrag aufnehmen und ins CAS schreiben.
• DSC, KOMBI, FRM und falls vorhanden CAPPL oder CIC neu codieren.
• Den Fehlerspeicher auslesen und bestätigen, dass in keinem Modul ein neuer Fehler entstand.
Alle Modulfehlerspeicher danach mit OBDThink zu scannen zeigt rasch, welches Modul beim Neucodieren übersehen wurde.
Wie macht man es rückgängig?
Der Rückbau besteht darin, $2VB aus dem Fahrzeugauftrag zu entfernen, dieselben Module neu zu codieren und die Sicherung wieder einzusetzen. Wer nicht vorher von allen fünf Modulen ein Backup angelegt hat, kann die früheren Anpassungen nicht wiederherstellen; deshalb ist ein Codier-Backup bei diesem Eingriff nicht optional.
Schritt 1: die RDC-Sicherung wieder einsetzen
Schritt 2: den Code $2VB aus dem Fahrzeugauftrag entfernen und ins CAS schreiben
Schritt 3: DSC, KOMBI, FRM und CAPPL/CIC neu codieren
Schritt 4: das System neu starten und prüfen, ob Druckwerte gelesen werden
Hinweis: eigene Codierungen zurückzuholen setzt die zuvor angelegten Backups voraus
Hauptuntersuchung, Rechtslage und Runflat-Risiko
In Nordamerika ist die Reifendruckkontrolle nach FMVSS 138 für nach September 2007 gebaute Personenwagen vorgeschrieben, bei späteren E90 dieses Marktes ist das System also gesetzlich gefordert. In der Europäischen Union begann die Pflicht für neu zugelassene Fahrzeuge zu einem späteren Zeitpunkt, doch wurde das Fahrzeug mit dieser Ausstattung typgenehmigt, verändert das Entfernen dennoch die genehmigte Konfiguration.
Führe diese Deaktivierung nicht durch, wenn dein Fahrzeug auf Runflat-Reifen läuft. Ein Runflat sackt bei Druckverlust nicht sichtbar zusammen und die Fahrverhaltensänderung kann gering ausfallen; die Druckkontrolle ist die einzige Möglichkeit, von einem platten Reifen zu erfahren. Sie abzuschalten kann bedeuten, viele Kilometer auf einem beschädigten Reifen zu fahren.
• Die Hauptuntersuchung prüft die einwandfreie Funktion der Warnleuchten; eine dauerhaft leuchtende oder nie leuchtende Lampe kann als Mangel gelten.
• In Nordamerika prüfen einige Landesuntersuchungen die Reifendruckwarnleuchte unmittelbar.
• Fahren mit zu geringem Druck erhitzt die Reifenflanke und erhöht das Risiko eines plötzlichen Schadens bei hoher Geschwindigkeit; die Deaktivierung macht dieses Risiko unsichtbar.
• Stelle das System vor einem Verkauf wieder her, sonst drohen dem Käufer Probleme bei Untersuchung oder Schadenregulierung.
Was tun, wenn das System bleibt oder die Lampe weiter leuchtet?
Prüfe zuerst, ob eines der neu zu codierenden Module ausgelassen wurde, denn ein DSC oder Kombiinstrument in alter Codierung hält die Warnung am Leben. Zweitens die CAS-Daten erneut auslesen und bestätigen, dass $2VB wirklich in den Fahrzeugauftrag geschrieben wurde. Drittens verläuft der Weg bei einem indirekten System anders, und das Ziehen einer Sicherung bewirkt dort nichts.
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